Kniebeschwerden

ein Gelenk und viele Erkrankungen

Das größte Gelenk des Körpers ist ein kompliziertes System aus Bändern, Knochen und halbmondförmigen Bandscheiben (Menisken). Diese komplexe Struktur ermöglicht einen festen Stand, federt Sprünge ab und erlaubt Drehbewegungen, aber leider ist sie auch anfällig gegenüber Verletzungen und Verschleiß.
Viele sportmedizinische Patienten klagen über Kniebeschwerden und haben oft jahrelang chronifizierte Krankheitsverläufe. Um diesen vorzubeugen, ist gerade bei Gelenkbeschwerden eine frühzeitige Diagnostik und Therapie notwendig.
Zu Ihrer Unterstützung und Information, habe ich Ihnen die fünf häufigsten Irrtümer, die in der Bevölkerung bezüglich des Kniegelenks existieren, zusammengestellt.

5 Irrtümer, die das Knie betreffen

1. Kniebeschwerden bekommen doch nur Leistungssportler. Irrtum. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind etwa 80% aller Kniebeschwerden auf Gelenkverschleiß infolge von Bewegungsmangel zurückzuführen. Das Knorpelgewebe der zwischen dem Ober- und Unterschenkelknochen liegenden Menisken (Mehrzahl von Meniskus) ist mit einem Schwamm vergleichbar. Bei Bewegung saugt sich das Gewebe mit Nährstoffen voll, bei Immobilität degeneriert der Knorpel und verschleißt schneller. Somit ist ein regelmäßiges, gelenkschonendes Training knorpelerhaltend und gut für das Knie.

2. Ich gehe im Sommerurlaub wandern und joggen, im Winterurlaub Skifahren, das muss reichen. Zwei derartig kurzzeitige Belastungsepisoden bewirken eher das Gegenteil. Die Muskulatur, der Bandapparat und der Knorpel sind hierfür nicht vorbereitet. Je schwächer die Muskulatur vor allem im Oberschenkelbereich ist, desto größer ist auch der Druck auf das Kniegelenk. Besteht zusätzlich Übergewicht, sind Schmerzen und Schäden vorprogrammiert. Je unregelmäßiger eine Belastung auf das Gelenk einwirkt, desto früher kommt es zu einer Abnutzung des Gelenks – also zu einer Arthrose.

3. Wenn ich Sport treibe, geht das auch auf die Kniegelenke. Eine gestärkte Beinmuskulatur entlastet das Kniegelenk. Geeignet sind Sportarten, die das Knie gleichmäßig belasten: Radfahren, Walking oder Aqua-Jogging. Auch gezielte Kräftigungsübungen im Fitnessstudio können Schmerzen vorbeugen.

4. Bei älteren Menschen sind Knieschmerzen häufig durch Rheuma verursacht. Die typische Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die sich eher an den kleinen Gelenken zeigt wie z.B. den Fingergrundgelenken. Am Kniegelenk kommt es eher zur (Verschleiß-)Arthrose. Der Verschleiß der schützenden Menisken lässt die Knochen aufeinander reiben. Eine Entzündung (Arthritis) ist die Folge. Schmerzbedingt halten die Patienten dieses Knie – oft sogar das gesamte Bein – dann ruhig und belasten es gar nicht mehr. Auch diese Immobilität ist ungünstig und führt zur Schrumpfung der Gelenkkapsel und zu weiteren Schmerzen.

5. Kniebeschwerden gehören zu den normalen Alterserscheinungen, mit denen man leben muss. Selbst stark vorgeschädigte Kniegelenke lassen sich durch Kräftigung der Beinmuskulatur wieder stabilisieren. Gezielte Knieübungen, die von einem erfahrenen Physiotherapeuten oder Fitnesstrainers angeleitet werden sollten, helfen. Auch Bandagen können unterstützend eingesetzt werden. Durch Kombination unterschiedlicher moderner Schmerztherapien lässt sich eine weitgehende Beschwerdefreiheit für Sie erreichen.

Gewichtsreduktion leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Kniegelenks. Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Wenn Sie mehr erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.

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Gezielte, schnelle Diagnostik und ein individuelles Behandlungskonzept beugen chronischen Beschwerden vor.